Alles
begann 1959 in Berlin, als Ulli Günther weitere fünf bgeisterte
Skiffle-Anhänger um sich scharte. Mit ihrer im wahrsten Sinne
„handgemachten“ Musik (Lord Ulli hatte sich eigenhändig einen Stehbass aus
Sperrholz gebastelt) brachten sie u.a. mit Banjo, Gitarre, Waschbrett und
Kamm im Nu jeden Tanztee zum Kochen.
Prompt gewannen sie 1961 den vom Berliner Senat ausgeschriebenen Wettbewerb
um das „Goldene Waschbrett“.
Als 1963 der Beat seinen Siegeszug um die Welt antrat, wurde vorausschauend
„Skiffle“ aus dem Bandnamen gestrichen – gleichzeitig wechselte die
Besetzung.
Nur kurze Zeit später wurden die Lords im September 1964 im Hamburger
Starclub zu Deutschlands „Beatformation Nr. 1“ gewählt – der Rest ist
Geschichte.
Nach dem Plattenvertrag bei der EMI in Köln zündete eine Erfolgsrakete mit
unglaublicher Durchschlagskraft. „Wir haben“, sagt Gitarrist Leo Lietz,
„von da ab jahrelang aus dem Koffer gelebt“.
Zwischenzeitlich mussten sie auch noch den Unfall ihres Bassisten Lord Knut
verkraften. Dennoch jagte ein Auftritt den anderen. Ihr unverwechselbares
Image – bedingt durch die neuen Prinz-Eisenherz-Frisuren und völlig
abgefahrene Kostüme – machte sie sogar für das europäische Ausland zur
Attraktion.
1965 bestanden die Lords aus Ulli Günther (Gesang), Leo Lietz (Gitarre),
Bernd Zamulo (Bass), Rainer Petry (Gitarre) und Max Donath (Schlagzeug).
Die Gruppe tourte u.a. mit den Who und den Kinks und knackte als erste
westliche Beatband den „eisernen Vorhang“. In Polen und Jugoslawien gelang
ihen ein Triumphzug ohne gleichen.
Ganz nebenbei lieferten sie einen Hit nach dem anderen ab. Zwischen 1965
und 1969 hatten die Lords 11 Singles in der deutschen Hitparade, wobei
heute „Poor Boy“ zu den absoluten Klassikern zählt.